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18.10.09 - Presseartikel:

Jemen-Bau wird bald abgerissen

HAZ, 13.10.2009: Grundstück zum Verkauf
Die Tage des Jemen-Pavillons auf dem Expo-Gelände sind gezählt. Noch in diesem Jahr werde der marode Bau abgerissen, sagt Walter Richter, Geschäftsführer der für die Grundstucksvermarktung zuständigen Expo Grund. Vermutlich wird die städtische Gesellschaft nun auf den Abbruchkosten von etwa 40000 Euro sitzen bleiben.


Der Staat Jemen habe erklärt, dass er nicht für den Betrag aufkommen werde, weil er nicht mehr Eigentümer des Gebäudes sei, sagt Richter. Und er hat wenig Hoffnung, dass bei dem bisherigen Besitzer, gegen den ein Konkursverfahren eingeleitet wurde, eine ausreichend hohe Summe zu holen ist.

Seit Januar steht der Pavillon leer. Der Besitzer, der den Bau zu einem symbolischen Preis vom Jemen erworben hatte, musste das Gelände räumen, weil er über Jahre die Kosten für das Grundstück nicht beglichen hatte. Dach und Fenster baute der Eigner vor seinem Rückzug aus - seither verfällt der Pavillon. Ein neuer Geldgeber, der in den Bau investiert hätte, fand sich nicht. Um das Gelände besser vermarkten zu können, habe sich die Expo Grund als Grundstückseigentümer nun entschlossen, den Pavillon abzureißen, sagt Richter. Der Bau habe nur noch „nostalgischen Wert", rein materiell sei er wertlos. So sei etwa keines der verbauten Elemente ein Original aus dem Jemen.
In Nachbarschaft des Jemen-Grundstücks baut bereits der Möbelhändler Klingenberg, zudem will Branchenkollege Staude eine Niederlassung errichten. Um in diesem Teil des Expo-Areals "ein besseres Umfeld" für weitere Investoren zu schaffen, führe an einem Abriss des lädierten Pavillons kein Weg vorbei, erklärt Richter. Aus ähnlichen Gründen würde er am liebsten so schnell wie möglich auch den völlig verwahrlosten Polen-Pavillon abbrechen lassen. Doch um den läuft seit 2004 ein Rechtsstreit über die Eigentumsverhältnisse. Gleichwohl rechnet Richter auch hier über kurz oder lang mit einem Abriss - mit ungewissem Ausgang hinsichtlich der Kostenbeteiligung.
Auch der holländische Pavillon, einst Expo-Wahrzeichen, ist arg in Mitleidenschaft gezogen. Gebäude samt Grundstück wurden an einen Geschäftsmann verkauft, der verschiedene Nutzungskonzepte nicht realisiert hat. "Hier sind uns die Hände gebunden", sagt Richter.

HAZ, Juliane Kaune

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